9/7/2026

AfD wird stärkste Kraft in Sachsen-Anhalt – absolute Mehrheit knapp verfehlt

Die Alternative für Deutschland (AfD) hat bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt einen historischen Wahlerfolg erzielt und ist mit großem Abstand stärkste politische Kraft geworden. Nach dem vorläufigen Endergebnis erhielt die Partei 43,8 Prozent der Stimmen und damit mehr als doppelt so viel wie bei der vorherigen Landtagswahl 2021. Für eine absolute Mehrheit im Landtag reichte das Ergebnis jedoch nicht.

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Im neuen Landtag erhält die AfD 39 der insgesamt 83 Sitze. Damit fehlen ihr drei Mandate für eine eigene parlamentarische Mehrheit. Dennoch handelt es sich um das bislang stärkste Ergebnis der Partei bei einer deutschen Landtagswahl und um eine deutliche Verschiebung der politischen Kräfteverhältnisse in Sachsen-Anhalt.

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Besonders schwer getroffen wurde die bislang regierende Christlich Demokratische Union (CDU). Sie erreichte lediglich 17,2 Prozent der Stimmen – ihr schwächstes Ergebnis in Sachsen-Anhalt. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) kam auf 9,3 Prozent, die Grünen auf 8,9 Prozent und die Linke auf 8,6 Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) schaffte mit 5,3 Prozent knapp den Einzug in den Landtag.

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Das Resultat stellt die etablierten Parteien nun vor eine schwierige Regierungsbildung. CDU, SPD und Grüne verfügen gemeinsam über lediglich 31 Mandate und damit nicht über eine Mehrheit. Gleichzeitig haben die traditionellen Parteien bislang eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen. Diese sogenannte „Brandmauer“ gegenüber der Partei gehört seit Jahren zu den zentralen Grundsätzen der deutschen Bundes- und Landespolitik.

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Eine besondere Rolle könnte deshalb dem BSW zukommen. Die junge Partei hat zwar politisch erhebliche Unterschiede zur AfD, vertritt bei einzelnen Themen jedoch ähnliche Positionen, darunter eine kritischere Haltung gegenüber der deutschen Ukrainepolitik, eine Begrenzung der Migration und eine Wiederannäherung an Russland. Vertreter des BSW haben eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Mit seinen fünf Sitzen könnte das BSW daher erheblichen Einfluss auf die kommenden Verhandlungen haben.

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Angeführt wurde die AfD in Sachsen-Anhalt von Ulrich Siegmund. Der 35-Jährige präsentierte sich im Wahlkampf als nahbarer Kandidat und konnte insbesondere mit Themen wie Migration, wirtschaftlicher Unsicherheit, Energiepreisen und Kritik an der Bundesregierung punkten. Laut Analysen gewann die AfD Unterstützung in unterschiedlichen Altersgruppen und sozialen Schichten und profitierte von einer ausgeprägten Unzufriedenheit mit der politischen Führung in Berlin.

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Für Bundeskanzler Friedrich Merz und seine CDU bedeutet das Ergebnis einen erheblichen politischen Rückschlag. In Sachsen-Anhalt richtete sich ein großer Teil der Unzufriedenheit der Wähler offenbar nicht nur gegen die Landesregierung, sondern auch gegen die Bundesregierung. Themen wie Lebenshaltungskosten, wirtschaftliche Entwicklung, Renten, Migration sowie Deutschlands Unterstützung für die Ukraine spielten dabei eine zentrale Rolle.

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Auch außerhalb Deutschlands wird das Ergebnis aufmerksam verfolgt. Politiker in mehreren europäischen Ländern äußerten Sorge über den starken Zugewinn der AfD, während Unterstützer rechter und populistischer Bewegungen das Ergebnis als Zeichen eines umfassenderen politischen Wandels in Europa werteten.

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Trotz ihres klaren Wahlsiegs bleibt damit offen, ob die AfD erstmals eine Landesregierung anführen kann. Die entscheidende Frage der kommenden Wochen wird sein, ob sie einen politischen Partner findet – oder ob die übrigen Parteien eine alternative Mehrheit organisieren können.

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Fest steht bereits jetzt: Die Wahl in Sachsen-Anhalt markiert einen tiefgreifenden Einschnitt in der deutschen Parteienlandschaft. Mit fast 44 Prozent ist die AfD nicht länger nur eine starke Oppositionspartei im Osten Deutschlands, sondern steht erstmals unmittelbar vor der Frage, ob aus Wahlerfolgen auch tatsächliche Regierungsverantwortung entstehen kann.

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