Europäische Aktien schlossen höher, nachdem schwächere US-Inflationsdaten die Sorgen vor weiteren Zinserhöhungen etwas dämpften. Rohstoff- und Energiewerte profitierten von steigenden Metall- und Ölpreisen, während Ericsson nach enttäuschenden Zahlen unter Druck geriet.
Europäische Aktien haben am Dienstag höher geschlossen, nachdem schwächer als erwartete Inflationsdaten aus den USA die Sorgen vor weiteren Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Federal Reserve etwas verringert hatten. Der paneuropäische STOXX 600 beendete den Handel mit einem Plus von 0,2 % bei 642,1 Punkten und konnte damit frühere Verluste ausgleichen. Zwischenzeitlich war der Index um bis zu 0,9 % gefallen.
Auslöser für die positive Wende waren neue Daten zur US-Verbraucherinflation. Der Verbraucherpreisindex stieg im Juni im Jahresvergleich um 3,5 % und lag damit unter den Erwartungen von 3,8 %. Für Anleger war dies ein Zeichen dafür, dass sich der Inflationsdruck in den USA weiter abschwächen könnte. Dadurch gingen einige Marktteilnehmer davon aus, dass die Federal Reserve bei künftigen Zinsschritten vorsichtiger agieren könnte.
Niedrigere Zinserwartungen gelten grundsätzlich als positiv für Aktienmärkte, da sie die Finanzierungskosten für Unternehmen senken und risikoreichere Anlageklassen attraktiver machen können. Dennoch blieb die Stimmung an den Märkten verhalten. Anhaltende Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie erhöhte Ölpreise begrenzten die Kursgewinne.
Besonders gefragt waren am Dienstag Rohstoffwerte. Der europäische Bergbausektor legte deutlich zu, nachdem steigende Metallpreise die Stimmung für Minenaktien verbesserten. Höhere Preise für Industriemetalle können die Gewinnperspektiven von Bergbauunternehmen stärken, insbesondere wenn die Nachfrage aus Bereichen wie Infrastruktur, Elektrifizierung und Industrieproduktion stabil bleibt.
Auch Energiewerte rückten in den Fokus. Die Aktie von BP konnte zulegen, nachdem höhere Ölpreise den Ausblick für den Konzern verbesserten. Steigende Rohölpreise können die Margen großer Öl- und Gasunternehmen unterstützen, auch wenn sie gleichzeitig Inflationssorgen und geopolitische Risiken verstärken.
Auf der Verliererseite stand Ericsson. Die Aktie des schwedischen Telekommunikationsausrüsters geriet unter Druck, nachdem das Unternehmen schwächer als erwartete Umsätze meldete und vor höheren Kosten warnte. Die Zahlen belasteten die Stimmung im Technologiesektor und zeigten, dass einzelne Unternehmensmeldungen weiterhin für deutliche Kursbewegungen sorgen können.
Insgesamt zeigte sich der europäische Aktienmarkt widerstandsfähig. Die schwächeren US-Inflationsdaten lieferten Unterstützung, während geopolitische Unsicherheiten und hohe Energiepreise weiterhin als Belastungsfaktoren wirken. Anleger dürften nun genau beobachten, wie die Federal Reserve auf die neuen Inflationssignale reagiert und ob die Berichtssaison weitere Hinweise auf die wirtschaftliche Lage in Europa liefert.